3 Säuliämtler haben es gewagt und an der Tortour den 6. Gesamtrang in der 1000 km-Distanz erreicht.

1000 Kilometer und über 11’500 Höhenmeter mit dem Fahrrad. Solo oder im Team. Nonstop, (fast) ohne Pause: Die TORTOUR, das grösste Ultracycling-Rennen der Welt hat Mitte August mit Start und Ziel in Schaffhausen stattgefunden. Ein Quartett des Triathlon Club Säuliamt (Triamt) mit den drei Einheimischen Oliver Fischer (Obfelden), Silvan Christen (Mettmenstetten) und Martin von Matt (Wettswil), sekundiert von ihrem Schaffhauser Kumpel Philipp Menk, hat wagte die Nonstop-Tortur rundum die Schweiz. Am Freitag um 3 Uhr Morgens ging es los und nur 33 1/2 später erreichten die Vier das Ziel – wieder in Schaffhausen.

Die vier Fahrer bildeten eine Stafette, die auf 3 der 17 Abschnitte gemeinsam unterwegs sein mussten. Jeder einzelne hatte rund 350 km auf nicht abgesperrten Strassen zurück gelegt, bei Nacht, bei sommerlicher Hitze und bei insgesamt herrlichen Verhältnissen.

Die Stimmung am professionell organisierten Anlass war überall sehr positiv. Das Team wurde von zwei Supporterteams in Begleitautos unterstützt. Diese Unterstützung erfolgte im Pannenfall und zur Abgabe von Ersatzkleidung, Zwischenverpflegung, sowie den Austausch von Fahrrädern je nach Streckenprofil und diente als „Schlafwagen“ für die gerade nicht im Einsatz stehenden Fahrer. Die Spannung im Rennen mit gestaffeltem Start war während der ganzen Zeit sehr hoch, weil alle Athleten den Ehrgeiz haben, andere Teams einzuholen und sich wenn möglich nicht einholen zu lassen, obwohl es nur um die Ehre und um die Genugtuung geht, einen schönen Teil der Schweiz zu erfahren, wofür andere mindestens eine Woche radeln würden. Meistens war ein Fahrer alleine unterwegs, weil auch Windschattenfahren oder andere Verstösse mit happigen Zeitstrafen oder gar Disqualifikation geahndet wurden.

Die Tortour über 1000 km fand schon zum 10. Mal statt, führte heuer von Schaffhausen rheinaufwärts an dessen Quelle am Oberalpass, mit einem „Umweg“ von Chur über Lenzerheide – Albula- und Flüelapass, wo ungefähr die Hälfte der Strecke lag. Der „Heimweg“ führte dann vorerst bei Nacht über den Gotthard- und Nufenenpass, das ganze Wallis runter an den Genfersee, später durch das Tal der Broye und im Morgengrauen vom Murtensee über das Seeland und die Jurahöhen im Baselbiet und im Fricktal zurück an den Rheinfall. 14 Kantone wurden befahren, und das Rennen konnte mit einem Tracker von Zuschauern, von der Begleit-Crew und namentlich von der Rennleitung online verfolgt werden.

Der luxemburgische Sieger der Einzelwertung benötigte übrigens keine zwei Stunden mehr als die Vierermannschaften, obwohl er keine Möglichkeit hatte, sich auszuruhen. Er darf als Belohnung am Race across America teilnehmen, das über 5500 km von der Ost- and die Westküste der USA führt, ebenfalls non-stop.