Montag, 20. Oktober, 6 Tage vor dem Wettkampf:

Wir werden von der Sonne geweckt. Das schöne Wetter ist zurück!

Ich sehe ein paar Athleten bereits mit ihren Bikes durchs Hotelareal fahren, andere joggen. Das schlechte Gewissen überkommt mich. Nachdem ich gestern noch mein Bike zusammengesetzt habe – es hat die drei Flüge und eine Luggage Inspection zum Glück unbeschadet überstanden – will auch ich heute eine Probefahrt machen; schauen, dass Schaltung und Bremsen einwandfrei sind und mich wieder etwas ans Trampen gewöhnen. Auf den noch feuchten Trail getraue ich mich nicht, habe keine Lust auf Veloputzen danach. Also geht es auf der Strasse Richtung Norden, der Küste entlang. Ich treffe kaum Autos an, und die Strasse führt mich in wunderbarer Natur vorbei an Stränden wie aus dem Reisekatalog oder einem Surfmagazin: Die Honolua Bay, nicht weit entfernt, ist einer der bekanntesten Surfspots der Welt. Auf einer Klippe mit Sicht auf den Spot mache ich Halt und kann nicht fassen, dass heute die Welle dort bricht! Ungewöhnlich für Oktober, aber eine positive Nebenwirkung des Sturms.

Probefahrt abbrechen, nichts wie zurück ins Hotel und den nächsten Surfboardverleih ausfindig machen! Das Training fällt heute aus. Einmal in der Honolua Bay gesurft zu sein, ist mehr wert, als drei, vier Plätze besser platziert zu sein am XTERRA, und Trainingsweltmeister werde ich eh nie.

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