An einem XTERRA starten , das war schon lange ein Ziel von mir, aber nur solange der Start in weiter Ferne lag. Ja, so ist das bei mir!

Um meine Nervosität besser in den Griff zu bekommen, fahren wir einen Tag vorher Richtung Jura an unseren ersten XTERRA. Wer uns kennt, weiß; natürlich mit einer 1 1/2-stündigen Verspätung.

Um 19.00 am Briefing erfahren wir, dass die Bikestrecke nun offen ist. Dutti und ich waren uns schnell einig, dass wir uns das nicht nehmen lassen und so waren wir kurz darauf auf der Strecke am Rekognoszieren.
Für mich war es wichtig, Sicherheit zu gewinnen und er war froh, dass er von all meinen Bedenken verschont wird. Mit viel Glück bekamen wir nach unserer abendlichen Erkundungstour in einem der zwei Restaurants im Tal die letzte Portion Pasta vor dem Lichterlöschen.

Nach einer überraschend relaxten Nacht frühstückten wir gemütlich auf einem abgelegenen Bauernhof. Leider konnte ich trotz lecker duftendem Zopf nicht verdrängen, dass der XTERRA unaufhörlich näher rückte und damit auch meine Zweifel immer größer wurden! Ich erkläre Dutti – wie vor fast jedem ersten Wettkampf im Jahr – , dass ich ganz bestimmt das letzte Mal starten werde und ich alle Kranken und Verletzten beneide, die eine passende Ausrede haben, um nicht starten zu müssen. Aber ich bin ja ‘leider’ putzmunter und mein Mann kennt mich ja auch schon lange und hört bei solchem Geschwafel gar nicht mehr hin.

Unten angekommen und Wechselzone eingerichtet, ging es auch schon mit Peter ins Warmup. Kurz danach stand ich zusammen mit Gabi knietief im Wasser, in bester Gesellschaft. Wir wünschten den Männern viel Glück und schon fiel der Startschuss. Die Schwimmstrecke war sehr übersichtlich und ich überstand sie ohne Blessuren in einem kleinen, idyllischen See.
Der Gang in die erste Wechselzone ist immer eine Freude, denn alle Anfangsbedenken sind dann wie vom Wasser weggewaschen.

Die Bikestrecke hatte es in sich! Zwei Runden mit Singeltrails, Wurzeln, Steinen, Aufstiegen, Abstiegen, ungemähten Kuhweiden….Switzerland mit allem, was das Herz begehrt! Am meisten freute ich mich auf den Schluss-Downhill, den ich dann aber in der ersten Runde fliegend statt fahrend erleben durfte. Die Stecke forderte hohe Konzentration und kostete viel Kraft in den Armen. Es machte riesen Spaß, sich auf diesem großen Spielplatz auszutoben und das in einer so wunderschönen Gegend!

Zurück in der Wechselzone schnappte ich mir meine Laufschuhe und meinen Gel und machte mich auf den Weg, Zweimal um den See, über einen Hügel und eine Kuhweide runter. Auf den Posten wurden afrikanische Asylanten eingesetzt. Diese tanzten, klatschten uns auf der Strecke ab, feuerten die Athleten an und hatten einen riesen Spaß. Dieser Event brachte wahrscheinlich etwas Abwechslung in ihren tristen Alltag in den Asylunterkünften. Diese Flut purer Lebensfreude liess mich fast vergessen, dass es kaum Wasser auf der Laufstrecke gab – aber nur fast.
Zum Glück war da auch noch Gabis Freund Thomas, der während des ganzen Wettkampfes hinter irgendwelchen Büschen oder Kuhweiden hervorsprang, um uns anzufeuern.

Glücklich im Ziel angekommen, wurden wir köstlich verpflegt mit frischen, leckeren Früchte. Der ganze Anlass war ungewohnt familiär und entspannt.
Dank Peter habe ich dann auch noch meine Platzierungen erfahren und ehrlich gesagt habe ich jetzt noch das Gefühl, die verwechseln mich! Ganz oben auf dem Treppchen! Dutti und ich haben zwei Tage lang kräftig die Korken knallen lassen! Total gefreut habe ich mich auch über die vielen lieben SMS, die ich von unseren Triämtlern und auch von meinen etwas weniger sportlichen Freundinnen bekommen habe!

Für mich war klar: Wenn Hawaii, dann nur mit Dutti im Gepäck!

Heute haben wir uns entschieden: Hawaii – wir kommen!!! Dieses Abenteuer möchten wir zusammen erleben!